Als ich im 2011 noch in der Schweiz meine Reise am Planen war, kam bei einigen meiner Freunde die Idee auf, sie könnten mich ja in Südamerika besuchen kommen. Wir konnten uns aber vor meiner Abreise auf keinen Nenner einigen. Erst als ich schon in Ecuador war, erhielt ich plötzlich ein Mail, dass ich mich nun trotzdem Ende März auf Besuch freuen darf.
So kam es, dass ich am 29.03.2012 meine Freunde Stefan, Andreas, Marco und Peter in Buenos Aires empfangen durfte. Peter, der Vierte im Bunde, verweilte bereits seit drei Monaten in der argentinischen Hauptstadt bei einer „Gastfamilie“ (bestehend aus Mariana) und die andern drei hatten drei Wochen Ferien eingegeben, um von Buenos Aires mit nach Rio de Janeiro zu reisen und mich auf meinem Schlussspurt zu begleiten.
Ich merkte schnell, dass ich mich von meinen bisherigen Reisegewohnheiten etwas lösen musste; zu fünft geht alles etwas langsamer und vielleicht auch etwas umständlicher, als wenn man alleine unterwegs ist.
Wir genossen die paar Tage in Buenos, besuchten ein Spiel der legendären Boca Juniors (das Spiel war grottenschlecht, die Stimmung dafür einmalig), sahen das Grab der Evita und schlenderten durch die Viertel San Telmo und Boca. Ziemlich cool war auch, dass Peter nach drei Monaten schon fast als Porteño durchging und die Stadt ziemlich gut kannte. Zudem wurden wir am Freitag Abend zur Geburtstagsparty seiner „Gastmutter“, welche ein paar Tage zuvor 30 wurde, eingeladen, wo wir herzlich empfangen und unterhalten wurden. Um Mitternacht durfte dann auch ich meinen Geburtstag in Angriff nehmen und die Party war lanciert und es wurde gefeiert bis es hell wurde…
Dementsprechend gestaltete sich der Samstag dann eher ruhig und gelassen und am Abend genossen wir dann zu fünft ein leckeres Bife de Lomo und etwas Wein, um auf meinen 31. anzustossen.
Zusammen entschieden wir uns, nach Buenos Aires zuerst einen Tagesausflug nach Uruguay, ins Städtchen Colonia zu machen (dauert nur eine Stunde mit der Fähre) und am selben Tag den Nachtbus nach Cordoba zu nehmen. Nach dem pulsierenden Bs.As. zog es uns aufs Land und wir visierten das Städtchen La Cumbre, gut zwei Busstunden von Cordoba entfernt, an. Wir stiegen in einem Hostel in einer alten englischen Villa ab und atmeten erst mal richtig durch. Nach der Siesta liess ich mich von Stefu und Ändu zum Joggen überreden… das erste Mal seit ich unterwegs bin… (!!!) und am Abend feuerten wir den Grill ein und bereiteten unsere eigene richtige Parilla zu.
Am nächsten Tag mieteten wir bei Ismael, einem ausgewanderten Spanier, fünf Bikes und radelten los Richtung einem herrlichen Aussichtspunkt und gleichzeitigem Startplatz für Gleitschirmflieger (La Cumbre ist ein Mekka zum Gleitschirmfliegen).
Und ratet mal, was wir dann machten? Richtig, 10 Minuten später hingen wir alle mit jeweils einem Gleitschirm-Guide der lokalen Gleitschirm-Schule in der Luft, genossen das Gefühl des Fliegens und profitierten von der aussergewöhnlichen Thermik, die an diesem Tag herrschte. Ja, die Thermik war so stark, dass ich mit meinem Piloten einfach nicht landen konnte. Immer wenn wir es wieder versuchten, trieben wir wieder nach oben. Vielleicht wollte mein Pilot die Landung schliesslich etwas erzwingen oder vielleicht war es auch etwas Pech, aber wir hatten immer noch zwei bis drei Meter Distanz zur Landefläche, als uns der Schirm plötzlich im Stich liess und wir mit Arsch und Rücken verdammt unsanft auf die Steine runter stürzten. Nun kenne ich auch das Gefühl einer Bruchlandung und mein Rücken schrie leider wieder einmal nach einem Chiropraktiker oder Physiotherapeuten L Aber ich hatte ja Dafalgan im Reisegepäck… ![]()
Mit einer 20-Stunden-Busfahrt gelangten wir ins Dreiländerdreieck rund um die Iguazu-Wasserfälle. Wir schauten uns das neue Weltwunder jeweils einmal von der argentinischen und einmal von der brasilianischen Seite her an. Aber um ganz ehrlich zu sein… irgendwie hatte ich mehr erwartet (Vielleicht führte der Fluss zu diesem Zeitpunkt etwas wenig Wasser…).
Von Iguazu ging es mit dem Flugzeug nach Rio de Janeiro. Unser Hotel lag in der zweiten Reihe hinter dem weltberühmten Copacabana Strand. Wir genossen das warme Wetter am Strand, besuchten den Zuckerhut und stürzten uns ab- und zu mal ins Nachtleben. Natürlich durfte der Besuch einer richtigen Churasceria nicht fehlen!
Nach drei intensiven Wochen mit den Jungs hiess es dann wieder Abschied nehmen. Stefu, Ändu und Marco flogen wieder zurück in die Schweiz. Pedro machte einen Schritt weiter Richtung Australien und ich…? Mich zog es nochmals zurück auf die Ilha Grande, wo ich die restlichen Tage meiner Reise in Ruhe geniessen will, bevor es in ein paar Tagen wieder zurück in die Schweiz geht.
Ademas:
- An meinem Geburtstag durfte ich sogar ein paar Geschenke aus der Heimat öffnen. Darunter war sogar ein Präsent aus Holland (…vielen Dank Corrie!). Diese Überraschung hatte mich sehr gefreut!
- Der Abschied zwischen Peschä und Mariana in Buenos Aires war für beide sehr emotional. Mariana und auch ihre Mutter Craciela hatten den Pedro in den drei Monaten in ihr Herz geschlossen und auch Pedro konnte sich nur unter Tränen von seiner Gastfamilie trennen. Ich hatte ihn noch nie so gesehen…
- In Cordoba waren wir schon mit einem Bein als Strassen-Penner abgestempelt. Wir hatten keine Unterkunft vorausgebucht und wir waren uns nicht Bewusst, dass während der Semana Santa (Osterwoche) in Cordoba so ziemlich jedes Bett belegt ist. Ein Effort meinerseits mit meinen bescheidenen Spanisch- und Charme-Künsten und der anschliessenden unglaublich gutmütigen Hilfsbereitschaft einer Receptionistin, bescherte uns kurz vor Mitternacht doch noch zwei Zimmer im NH Hotel. Zuvor war eine gewisse Nervosität bei gewissen Mitgliedern unserer Reisegruppe spürbar… ach ich untertreibe… die Nerven lagen fast blank (…gäu Senn;-)
- Auf der Ilha Grande beschäftigte uns regelmässig ein schlecht geerderter, in einer Bar als Dekoration aufgestellter Zapfhahn, welcher einem schön eins „putzte“, wenn man ihn anfasste… ein gewisser Wettkampf, wer wem eins auswischen kann, war entbrannt! Chain-Reaction pur!
So, und zum Schluss noch dies:
Nachdem ich die letzten fünf Monate in 48 verschiedenen Betten geschlafen habe, freue ich mich nun wieder auf mein eigenes Bett zu Hause ![]()
Adios y suerte!
- Tag 1 – Wiedersehen macht Freude!
- Boca Juniors!
- Pedro und seine Porteños
- Pedro’s Mariana (links)
- “Hmmmm, was machen wir denn heute?”
- Mittags-Sandwich bei Ernesto… legendär!
- Auf dem Friedhof
- Wo liegt sie wohl, die Evita?
- Siesta
- Grab von Evita
- Geburigeschenke
- Geburi-Nachtessen
- Velotöffli
- Bei Mariana zu Hause
- Plaza de Mayo – Buenos Aires
- Casa Rosada – Buenos Aires
- Boca – Buenos Aires
- Boca – Buenos Aires
- Und sie tanzten einen Tango…
- La Cumbre
- Luna – die Hostelkatze in La Cumbre
- Bike-Tour – La Cumbre
- Bike-Tour – La Cumbre
- La Cumbre
- La Cumbre
- Gleitschirmfliegen
- La Cumbre
- La Cumbre
- Bike-Tour La Cumbre
- La Cumbre
- Unsere eigene Parrilla
- La Cumbre
- hmmmmm :-)
- Iguazu
- Iguazu
- Iguazu
- Iguazu
- Ilha Grande
- Ilha Grande
- Ilha Grande
- Ilha Grande
- …wir hatten es lustig ;-)
- ab an den Strand!
- Lopes Mendes Beach
- Lopes Mendes Beach
- Rio
- Pedro an der Copacabana
- Auf dem Zuckerhut
- Zuckerhut
- …wo James Bond einst kämpfte!
- Zuckerhut
- Jesus über Rio
































































































































































































































































































































































































